Diabetes und Reisen

Wenn der Diabetes einfach keinen Urlaub machen will!

Stephanie Haack pepmeup.org

Manchmal ist es wirklich wie verhext! Da schaufelt man sich eine ganze Woche frei, weil man merkt, dass Körper und Geist eine Auszeit brauchen – und der olle Körper macht einfach nicht mit.

Ihr wisst ja, wie gern ich verreise. Daran hat mich auch der Diabetes nie gehindert. Allein im letzten Jahr war ich in 12 verschiedenen Ländern unterwegs. Bei mir ist es vielleicht nicht ganz so eindeutig wie bei Ilka, auf die das Meer selbst in den stressigsten Zeiten eine blutzuckerperfektionierende Wirkung zu haben scheint. Aber dennoch habe ich den Diabetes während meiner Reisen normalerweise zumindest einigermaßen im Griff. Vielleicht will auch das alte Zuckermonster was von der Welt sehen! Das war zumindest meine Theorie.

Ende Februar war es also mal wieder Zeit. Alles passte zusammen. Ich war dringend reisebedürftig, konnte kurzfristig eine Woche Urlaub nehmen und ein großartiges Last-Minute-Angebot flatterte ins Haus. Deshalb hieß es: Auf nach Zypern!

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Der Diabetes war nicht in Urlaubsstimmung!

Zugegeben – meine Blutzuckerwerte sind schon seit einigen Monaten nicht beeindruckend. Aber während der 5 Tage auf Zypern waren sie wirklich außer Rand und Band!

Natürlich habe ich auf Reisen immer ein paar bewährte Hypo-Helfer dabei. Doch in der Regel nutze ich die Ausrede der möglichen Unterzuckerung gleich auch für eine Stippvisite in den örtlichen Supermarkt, um mir eine kleine Selektion lokaler Säfte und Süßigkeiten zu sichern. Natürlich alles im Namen des interkulturellen Austauschs, der Blog-Recherche und der Gesundheit! 😉 Tja, was soll ich sagen? Zwei Tage später stand ich wieder an der gleichen Stelle vor dem Saft-Regal und musste ordentlich Nachschub besorgen. Ich weiß nicht, wie viele Trinkpäckchen ich während der Reise leer gesaugt habe – aber es waren definitiv zu viele! Jeden Tag haute mich eine Hypo nach der anderen um. Eine sehr nervenaufreibende Angelegenheit, wenn man eigentlich die Aussicht genießen will.

Zumindest in der Nacht blieb ich von Hypos verschont. Dafür schlugen hier rekordverdächtig hohe Blutzuckerwerte zu und weckten mich verlässlich auf. Jede Nacht. Es war wirklich zum Verrücktwerden.

Woran dieses Blutzuckerchaos gelegen hat, weiß ich bis heute nicht. Bei der Fehlersuche habe ich alle Insulinampullen durchgewechselt und sämtliche Geräte überprüft, auch im Nachhinein mit meiner lieben Diabetesberaterin hin und her analysiert – doch manchmal gibt es wohl einfach keine Lösung, keinen Grund für die Misere. Manchmal ist und bleibt es eben der Diabetes, der einem die Suppe versalzen will.

Ich muss zugeben, dass dieses Wertechaos ganz schön an mir geknabbert hat. Nicht nur körperlich ist so ein extremes Auf und Ab unangenehm und anstrengend. Auch emotional hat es mich ziemlich belastet, dass einfach nichts so richtig hinhauen wollte – genau jetzt als ich es mir doch gut gehen lassen wollte.

Aber es wäre doch gelacht, wenn ich mir mein liebstes Hobby, das Reisen, vom ollen Diabetesmonster versauen lasse, oder? Das kam mir gar nicht in die Tüte! Ich habe mich dagegen entschieden, mich vom Diabetes runterziehen und mir den Urlaub versauen zu lassen. Auch wenn ich mir das oft vornehme und es mir nicht immer gelingt – manchmal muss man wohl einfach den Diabetes Diabetes sein lassen. In diesem Fall hat es geklappt und ich habe es geschafft, meinen Urlaub ausgiebig zu genießen! 🙂

Und die Moral von der Geschicht‘:

  • Es ist okay, ab und zu frustriert zu sein und den Diabetes zum Teufel zu schicken.
  • Aber es nützt auch nichts, sich den Tag (oder die Reise) von hohen und niedrigen Werten versauen zu lassen.
  • Der Diabetes hält mich nicht auf. Egal wie sehr er es versucht!

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4 Comments

  • Reply
    Anna-Lisa
    25. Juli 2016 at 17:33

    Hallo Steffi,

    Ich liebe Zypern & ich hoffe sehr du konntest die wunderschöne Insel trotz der Up’s und Down’s genießen.
    Ich war von Ende Mai bis Mitte Juni im Norden der Insel und die schlechten Werte der Woche vor dem Urlaub ( jeden Tag und jede Nacht Unterzucker ) waren wie weg geblasen.
    Sobald ich das Mittelmeer nur sehe oder rieche scheint bei mir alles, wie von allein zu funktionieren. 🙂
    Vielleicht sind die Besuche von St. Hilarion und Salamis und Lefkoşa nicht ganz unschuldig daran, bei mir wirkt Bewegung Wunder. 🙂
    Zuckersüße Grüße, Anna-Lisa

    • Reply
      Steffi
      10. September 2016 at 10:25

      Liebe Anna-Lisa,
      tausend Dank für deinen lieben Kommentar! Hach, ich würd am liebsten direkt wieder los ziehen! 😉
      Viele Grüße,
      Steffi

  • Reply
    Katharina
    10. September 2016 at 22:19

    Hallo Steffi,
    Ich war im März in Rom und es ging mir ganz genauso wie dir. Es ist sehr unschön alle paar Ecken stehen bleiben zu müssen weil man SCHON WIEDER unterzuckert ist. Es tröstet mich zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin.
    Ganz toller Blog!
    Liebe Grüße,
    Katharina

    • Reply
      Steffi
      13. September 2016 at 23:51

      Liebe Katharina,
      vielen Dank – mich tröstet es auch zu hören, dass es anderen ebenso geht. Allerdings hoffe ich, dass du Rom dennoch genießen konntest! 😉
      Ganz liebe Grüße,
      Steffi

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