Leben mit Diabetes

Hallo zusammen!

Stephanie Haack

Hallo zusammen! Ich bin Steffi, 23, und lebe mit Typ 1 Diabetes (T1D). Damit bin ich nicht alleine, sondern in guter Gesellschaft von etwa 300.000 weiteren Menschen in Deutschland, die sich auch mit dem T1D-Monster rumschlagen. Ich habe mich entschlossen diesen Blog zu schreiben, um zu zeigen, wie das Leben von 1 aus 300.000 aussieht.

Im Juni 2009, vor etwa sechs Jahren, hat meine Bauchspeicheldrüse fristlos gekündigt. Plötzlich hatte ich einen neuen Vollzeitjob und durfte mich fortan selbst um meinen Blutzuckerspiegel kümmern. Diabetes Mellitus Typ 1 ist eine bisher nicht heilbare Autoimmunkrankheit, deren Ursache bis heute nicht geklärt ist. Der Körper greift seine eigenen Inselzellen an, bis diese aufhören, das Hormon Insulin zu produzieren. Dieses ist jedoch notwendig, um die Energie, die wir über unsere Nahrung aufnehmen, aus dem Blut in die Körperzellen zu transportieren. Ohne Insulin gerät der Blutzuckerspiegel aus den Fugen und die Energie kommt nicht dort an, wo sie gebraucht wird. Dies kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Deshalb muss ich mehrmals täglich meinen Blutzucker messen und Insulin spritzen. Doch dabei bleibt es nicht. Ich muss mich konstant mit mir selbst und meinem eigenen Körper beschäftigen. Kohlenhydrate, Fette und Proteine schätzen. Rechnen. Mich immer wieder selbst kontrollieren. Immer wieder triumphieren, immer wieder scheitern. An Folgeschäden denken. Folgeschäden verdrängen. Die Zeichen erkennen, die mein Körper mir gibt. Und ganz nebenbei noch an all die Dinge denken, die meinen Blutzuckerspiegel sonst noch beeinflussen, wie etwa Sport, Stress oder ganz einfach das Leben.

Was ich so zum Überleben brauche … 😉

Das klingt erstmal schrecklich, und ich finde es auch nicht besonders cool. Aber die heutige moderne Therapie ermöglicht mir ein volles und glückliches Leben. Das bedeutet nicht, dass ich wild darauf bin, mir in die Finger zu pieksen und mich mit Nadeln zu stechen, oder dass ich all den medizinischen Krempel in meiner Wohnung und in jeder einzelnen Handtasche toll finde. Ehrlich gesagt habe ich lange Zeit den bloßen Anblick meines Messgerätes verabscheut. Dies war nicht ich, nicht meine Krankheit. Ich hab sie mir nie ausgesucht. Doch nach und nach habe mir den Diabetes zu eigen gemacht und begonnen, ihn zu akzeptieren. Nicht als mein Leben, sondern als ein Teil des Mosaiks, das mein Leben ausmacht. Ich habe den Diabetes aufgepeppt, mir hübsches Equipment zugelegt und Cupcakes drauf geklebt. PEP ME UP eben.

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Ich will nicht behaupten, dass das Monster mein Freund ist. Aber zumindest ist es nun ein bisschen weniger gruselig. PEP ME UP ist der Versuch, meine Motivation aufrecht zu erhalten. Ich schreibe diesen Blog, um von meinen Erfolgen und Misserfolgen zu berichten. Vielleicht hilft es nicht nur mir, vielleicht sogar auch anderen. Ich freue mich auf den Austausch mit den restlichen 300.000 und bin gespannt darauf, wie ihr es schafft, die Motivation zu bewahren und dem Diabetes-Monster jeden Tag die Stirn zu bieten.

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4 Comments

  • Reply
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    5. August 2015 at 15:59

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    20. Dezember 2015 at 15:16

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